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APRILSCHERZ: Einmal geht man so ganz…

Aachen. Nach rund acht Jahren wird „Klarmanns Welt“ die Berichterstattung über die rechtsextreme Szene im westlichen Rheinland und am Niederrhein einstellen. Grund dafür ist eine wachsende Anzahl von Antifa-Blogs und Homepages von „Bündnissen gegen Rechts“ (BgR) sowie eine verstärkte, extrem fundierte Berichterstattung in den Lokalmedien. „Klarmanns Welt“ kann bei dieser Vielfalt schon seit Monaten nicht mehr mithalten.

So fiel dem Autor dieser Zeilen auf, dass BgR-Homepages und Antifa-Blogs, aber vor allem die Lokalmedien sehr hintergründig über „ihre“ rechte Szene vor Ort berichten. Der eigentliche Grund für den Aufbau von „Klarmanns Welt“ vor Jahren – nämlich ausführlich, hintergründig und fundiert über die rechte Szene aufzuklären, sollten es andere nicht tun – besteht also nicht mehr. Hinzu kommt, dass Antifa-Gruppen aus der Region und BgRs sehr stark vernetzt agieren.

Infos, die dank dieser Vernetzung schon allerorten bekannt sind und über die ausführlich berichtet wurde, sind daher keine Neuigkeiten mehr. „Klarmanns Welt“ meldete in der Vergangenheit Nachrichten manchmal erst Wochen später – was ein unhaltbarer Zustand im Zeitalter des schnelllebigen Internets darstellt. Vertreter aus linken Initiativen kritisierten dies zu Recht wiederholt und wiesen darauf hin, dass „Klarmanns Welt“ überflüssig geworden sei.

Die „antifaschistische Selbstorganisation“, so hieß es zudem einmal, benötige keinen „bürgerlichen Journalismus, der nur auf Geld und Auszeichnungen“ aus sei. Gerade jüngere Antifaschisten aus Aachen, die nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ eine neue „Erlebniswelt Linksextremismus“ befürworten, kritisierten, dass „Klarmanns Welt“ keinerlei Daseinsberechtigung habe. Über Naziangriffe auf Linke habe man immer selbst sehr ausführlich und vor allem fehlerfrei berichtet.

Betont wurde von einem 16-jährigen Nazigegner, dass „Klarmanns Welt“ auch bei seiner Gründung vor acht Jahren schon keine Daseinsberechtigung gehabt habe. „Du stehst immer bei den Bullen, wenn wir was machen. Alleine das ist ein Grund, dich abzulehnen. Du bist ein Spitzel!“ schimpfte der 16-Jährige. Zugleich schlug er vor, „Klarmanns Welt“ Informationen über Mitschüler zuleiten zu wollen, die „irgendwie rechte Scheiße labern und bestimmt in der KAL drin sind. Müsset mal jemand recherchieren…“ (mehr…)