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Storyboard-Parabel: Kein erkennbares Wahrheitsbewusstsein…

Krefeld. Nach wie vor gilt: Der Standard-Rechtsextremist ist gewillt, alles für wahr zu halten, was in sein Weltbild passt oder für seinen Erfolg günstig ist. (Das gilt für den bürgerlichen Rechten ebenso wie für den Radaufaschisten.) Vielleicht gibt es eine gewisse Faktenkontrolle bei Fakten, bei denen man öffentlich widerlegbar ist (obwohl ich auch hier merkwürdige Dinge gelesen habe). Aber bei „weichen Fakten“ – wie etwa bei der Zuschreibung von Meinungen oder Handlungsmotiven – gibt es kein erkennbares Wahrheitsbewusstsein; eher scheint die Vorstellung zu herrschen, dass „man“ sich derlei ganz normalerweise nach dem eigenen Geschmack zurechtlegt. Monströs ist nach wie vor der Selbstwiderspruch – dass sich nämlich jemand im Namen von „Völkerfreundschaft“ und „Freiheit“ darauf kapriziert, einen anderen für menschlich minderwertig zu erklären und deshalb systematisch auszugrenzen. Logisch ist das ganz und gar unverständlich. Psychologisch folgt es vielleicht dem Bedürfnis, ein schlechteres Verhalten dadurch zu kompensieren, dass man seine idealen Ziele umso höher ansetzt – so wie andere Menschen einen Krieg nur führen können, indem sie ihn „um des Friedens willen“ führen. Ein (angeblich) unbekannter Antifaschist, frei – aber fast wortwörtlich! – nach einem Statement eines Rechtsextremisten, der eigentlich den Antifaschismus und Antifaschisten kritisieren wollte… [© Klarmann]